OCCUPIED OBJECTS

Which relationship exists between men and nature? In my series “OCCUPIED OBJECTS” I am considering those two parts rather as divergent positions than a unit. In that context I analyze the development of the recent past, in which men seem to be driven to spread more and more and to optimize their living space in a dominant way on their own terms. As a result of that human obsession with optimization, trees were arranged in allées already in the time of baroque, green areas were freed from weed, urban parks were strictly arranged in geometric shapes, rivers were straightened and artificial beaches were raised. Even if nowadays there seems to be a trend for “renaturing”, industrialization and the attached development of a far-reaching infrastructure is emerging unstoppable. There is hardly any place existing on earth, where no human being has already been before. Nature is rather subordinated in those processes and rarely seen as an equal part, much less would the human being feel to be in an inferior position to “mother nature”. 


But also nature owns a tremendous expansive power – if the human being has no active influence anymore or is leaving completely leaving a certain environment, nature is occupying its space immediately. Plants are overrunning empty houses, objects and streets, roots are breaking the asphalt and erosion caused by the atmospheric condition does the rest. Looked at in that light I see no other way except of considering the human being and nature in my current work as two divergent positions.


In my scenarios foreign organisms are occupying everyday-objects of the human being. The sculptures, consisting of fridges, washing-machines and cooking facilities, are occupied by a fungus-like organism, which deforms, overruns and corrodes the object itself. 


Therefore I reproduce natural growth habits in no way. The objects are occupied by a very artificial kind of nature. Bilious green, deep black, shocking pink and pastel blue shapes, sprayed by the alien polyurethane-foam are dwelling out of the objects and crack them up. There is not a lot left of the imagination of a peaceful nature as idyll. The question remains on my mind: What is nature for us?


Welches Verhätnis besteht zwischen Mensch und Natur? Ich betrachte in meiner Werkreihe „OCCUPIED OBJECTS“ diese beiden Positionen eher als Gegenspieler. Dabei analysiere ich die Entwicklung in jüngster Zeit, in welcher der Mensch tatsächlich davon getrieben zu sein scheint sich immer stärker auszubreiten und seinen Lebensraum dominant nach seinen Vorstellungen zu optimieren. So wurden im Optimierungswahn bereits im Barock Bäume in Alleen angeordnet, Grünflächen vom Unkraut befreit, Stadtgärten streng nach geometrischen Formen gestaltet, Flüsse begradigt und künstliche Strände aufgeschüttet. Auch wenn es mittlerweile einen Trend zur „Renaturierung“ zu geben scheint, so schreitet doch die Industrialisierung und die damit verbundene Erschließung von immer weitreichenderen  Infrastrukturen unaufhaltsam fort. Es gibt kaum einen Ort auf dieser Erde, an dem der Mensch noch nie gewesen ist. Natur wird bei diesen Prozessen eher unterworfen und selten als gleichberechtigter Part angesehen, geschweige denn dass sich der Mensch „Mutter Natur“ unterlegen fühlen würde.


Aber auch die Natur verfügt über eine enorme expansive Kraft – wirkt der Mensch nicht mehr aktiv auf sein Umfeld ein oder verlässt es gar ganz, erobert sie sich ihren Lebensraum sofort zurück. Pflanzen überwuchern leerstehende Häuser, Gegenstände und Straßen; Wurzeln brechen den Asphalt auf und Erosion hervorgerufen durch die Witterung tut ihr übriges. So gesehen sehe ich keinen anderen Weg, als in meiner Arbeit Mensch und Natur in ihrem Streben nach Lebensraum durchaus kritisch als Gegenspieler zu betrachten. 


In meinen Szenarien bemächtigen sich fremdartige Organismen Gegenstände aus dem alltäglichen Umfeld des Menschen. Die Skulpturen bestehen aus Kühlschränken, Waschmaschinen und Kochgelegenheiten, welche wie durch einen Pilz zersetzt, überwuchert und dabei deformiert werden.


Dabei bilde ich in keinster Weise natürliche Wuchsformen einfach nur ab. Besiedelt werden die Gegenstände von einer äußerst artifiziellen Form von Natur. Giftgrüne, tiefschwarze, knallpinke oder pastellblaue gespritzte Formen aus dem naturfernen Stoff Polyurethan quellen aus den Objekten und brechen diese auf. Von der Vorstellung des Idylls der friedvollen unberührten Natur bleibt dabei nicht viel übrig. Es bewegt mich die Frage: Was ist noch „Natur“?